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Heißt es nun König oder Könich? 

Von Sebastian Flohr

"König Ludwig hat bei uns in Bayern Kultstatus. [...] Doch wie man den König aus vergangenen Zeiten richtig ausspricht, ist nur wenigen bekannt", sagt Eggolf von Lerchenfeld.


Der smarte Bayer weiß, wovon er spricht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Uwe Hackbarth schult er seit über zehn Jahren als Rhetorik- und Sprechtrainer Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Industrie. "Wenn sich jemand bei Ihnen vorstellt, der vielleicht einen hohen Intelligenzquotienten von 180 besitzt, aber eine schlechte Aussprache hat, werden Sie ihn gleich unterschätzen und falsch einstufen. Deshalb ist Sprache als persönliches ,Aushängeschild' im Berufsleben unheimlich wichtig", sagt von Lerchenfeld.[...]

Das haben auch die elf Teilnehmer des Management Circle Seminars "Dialektfrei sprechen" erkannt. Aus ganz Deutschland sind die Teilnehmer in das Tagungshotel nach Frankfurt am Main gereist. [...] 

"Wenn Sie Ihre Aussprache verbessern wollen, müssen Sie wie ein Marathonläufer trainieren", sagt Eggolf von Lerchenfeld. [...] Die deutsche Sprache hat einige kniffelige Facetten. ",Ig' und ,t' am Wortende und innerhalb eines Wortes sind aber die Horrorlaute der deutschen Sprache", sagt Uwe Hackbarth. ",igt', egal, ob am Wortende oder innerhalb eines Wortes, wird fast immer icht, wie im Wort ,Ich', ausgesprochen - und nicht anders." [...] 

Das ist zuerst einmal für viele ungewohnt und verwirrend. Korrekte Aussprache wird schon in der Schule nicht richtig vermittelt. Deutschlehrer sind dafür einfach nicht ausgebildet." [...] Auch die Betonung ist für eine klare Aussprache von weitreichender Bedeutung. "Oft neigen wir dazu, zuviel zu betonen. Dann versteht man den Kern der Nachricht nicht mehr. In der Regel ist es sinnvoller, nur das Hauptwort zu betonen, da es in unserer Sprache viel mehr Nomen gibt als Verben", sagt von Lerchenfeld. [...] 

"Richtiges Sprechen ist wie ein Handwerk. Das muß ständig geübt und verbessert werden", sagt Eggolf von Lerchenfeld. "Nehmen Sie sich nicht gleich zuviel vor, sonst sind Sie im Kopf nur damit beschäftigt, alles zu verbessern." [...] Ziel ist es nicht, gleich alles perfekt zu können, sondern auch ein Gespür für Sprache zu entwickeln. [...]

Die beiden Kommunikationstrainer sehen die Intention ihres Seminars nicht darin, dialektale Einfärbungen aus der Sprache der Kursteilnehmer völlig auszuradieren. "Sie müssen Ihre Heimat nicht verleugnen. Dialekt ist etwas Schönes. Sie sollen nur besser verstanden werden", gibt Uwe Hackbarth zu verstehen.

Quelle: F.A.Z., 06.05.2006, Nr. 105 / Seite 58. Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen: Vollständiger Artikel

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